DER WELTGEIST

1. Ein Weltbild in sieben Ebenen und
2. Analysen zu einem Wandel in der Wirtschaftspolitik
 

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1. HJ
Thema
2. HJ
Thema
Jan.
Alles aus Nichts und Licht
Jul.
Weltweite Lebenserwartungen
Feb.
Farbenspiel mit den Spektrallinien
Aug.
Umverteilungseffekt durch die Rente
Mrz.
Außenhandel und Exportüberschuss in Deutschland
Sep.
Klimawandel in der Mongolei
Apr.
Die drei gesellschaftlichen Verwerfungen
Okt.
Wirtschaftspolitische Ziele und Zielkonflikte
Mai
Das kosmische Prinzip des Kapitalismus
Nov.
Sinnhaftigkeit von Populismus
Jun.
Vermögenskrise statt Schuldenkrise
Dez.
Ein frohes Konsumfest
2018
(5) Der Weltgeist im Wandel   (4) Dualismen   (3) Gut und Böse   (2) Es ward Licht   (1) Tweetsammlung
2016
(12) Gute Führung schafft sich ab   (11) Rache der Ausgegrenzten   (10) Sexismus   (9) Umzug Lenins   (8) Arbeit als Strafe   (7) Vernunftwissenschaftler   (6) 100.000 Sozialarbeiter   (5) Wohnungsnot   (4) Demokratieindex für Kredite   (3) Verschiedenes   (2) Enteignung   (1) Realität und Vorstellung
2015
(12) Ausgrenzung   (11) Inflation durch Löhne   (10) Es wächst nichts mehr   (9) Modell zum Weltbild   (8) TTIP für Bildung   (7) Gott und das Böse   (6) Ursprung der Vernunft   (5) Licht und Götter   (4) Licht und Binärsystem   (3) Ursprung des Meinens   (2) Sittenwidrigkeiten   (1) Unchristlich vs ungläubig
2014
(12) Spekulationsblasen   (11) Happiness Engineers   (10) Plagiat   (9) Standford-Gefängnis   (8) Frauenfrage   (7) Gesellschaftliche Spielregeln   (6) Der weiße Mann   (5) Damen und Herren   (4) Moral des Kleinbürgers   (3) Missbrauch von Symbolen   (2) Sexualität   (1) Kapitalistisches Manifest
2013
(12) Das Universum   (11) Der Messias   (10) Fundstücke   (9) Ewiger Frieden   (8) Pyramid of Shit   (7) Nutzlosigkeit   (6) Ausbeutung von Männern   (5) Perspektivlosigkeit der Jugend   (4) Wissenschaften   (3) Kindsmörderin   (2) Arbeit/Verträge/PPP/Verzicht/Soldaten   (1) Gewohnheit
2012
(12) Unternehmenskrisen   (11) Weniger arbeiten   (10) Grundeinkommen   (9) Revolution   (8) Political Correctness   (7) Bundesschatzbriefe   (6) Betongold   (5) Hartz IV und Existenzminimum   (4) Kapitaldeckung   (3) Investitionen in Bildung   (2) Exzellenzförderung   (1) Schutz des Eigentums
2011
(12) Abfolge der Generationen   (11) Schuldenbremse   (10) Sammlung diverser Zitate   (9) Arthur Schopenhauer   (8) Gesellschaftlicher Zusammenhalt   (7) Finanzkrise   (6) Gleichberechtigung   (5) Energiewende   (4) Arbeitskräftemangel   (3) Bildungsinvestitionen   (2) Elite   (1) (Personal)führung
2010
(12) Personalauswahl   (11) spätrömische Dekadenz   (10) Nachhaltigkeit   (9) Gleichgewicht der Gier   (8) Arbeits- und Immobilienmarkt   (7) abnehmendes Wachstum - steigende Zinsen

Gedanken zum Dezember 2017

Ein frohes Konsumfest

Liebe Leser, ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Das gut Gemeinte, seinen Mitmenschen seine Wertschätzung über Geschenke mitzuteilen, hat leider - massenhaft zur selben Zeit durchgeführt - nicht immer so super gute Nebenwirkungen. Nämlich dann, wenn Schenken zwangscharakter hat, indem bspw. Nichtschenken als Gleichgültigkeit wahrgenommen wird oder indem Dinge verschenkt werden, die sowohl subjektiv als auch objektiv überflüssig sind. Die beiden Medaillien des Schenkens möchte ich durch die Gegenüberstellung der folgenden aus dem Internet kopierten Bilder illustrieren.

Weihnachten als Konsumfest

Das Konsumfest - vorher und nachher

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Gedanken zum November 2017

Sinnhaftigkeit von Populismus

Laut Duden ist Populismus eine von Opportunismus geprägte, volksnahe, oft demagogische Politik, die das Ziel hat, durch Dramatisierung der politischen Lage die Gunst der Massen zu gewinnen. (Zitiert aus: www.bpb.de/apuz/75845/populismus)

Das "Politiklexikon für junge Leute" unter http://www.politik-lexikon.at/populismus ergänzt, dass Populismus außerdem bedeutet, einfache Lösungen anzubieten.

Pons wiederum übersetzt den zugrunde liegenden lateinischen Begriff "populus" wie folgt: 1. Volk, das einen Staat bildet, 2. Bürgerschaft, Gemeinde, 3. Gesamtheit des Volkes, 4. Volksmenge, Leute, Bevölkerung, Publikum.

Während der Duden und auch der allgemeinen Sprachgebrauch dem Begriff Populismus eine negative Bedeutung zuschreibt, kann ich dies im lateinischen Ursprung und im Sinne der Bedeutung, einfache Lösungen anzubieten, nicht erkennen. Ich verstehe Populismus als einen Weg, den Menschen einfache Erklärungen zu bieten, die jeder verstehen kann. Daraus folgt aber auch, dass nicht jede einfache Erklärung falsch ist. Im Gegenteil, sich kurz zu fassen oder sich einfach auszudrücken ist eine hohe Kunst, wie dies bereits Goethe erkannt hat, indem er schrieb: "Ich hatte keine Zeit, mich kurz zu fassen."

In diesem Sinne möchte ich ein Beispiel für potenziell gelingenden Populismus aufzeigen. Die Forderung: "Wir müssen mehr arbeiten, weniger verdienen und sozial abgesichert sein." mag zunächst absurd erscheinen und populistisch klingen. Doch tatsächlich liegt dieser These eine ausführliche Beweisführung zugrunde. So habe ich eine Platte zur Aufhängung von 47 mal 5 also 235 Karteikarten mit 5 Komplexitätsgraden geschaffen. Die einfache These wird mit jedem weiteren Komplexitätsgrad durch Unterthesen und zunehmend genauere Herleitungen untermauert.

Auch wenn die Vereinfachung die Beweisführung etwas verfälscht, ist sie gerade noch genau genug, um den Kerngedanken zu skizzieren.

Plakatwand

Platte zur Aufhängung von 235 Karteikarten mit 5 Komplexitätsgraden

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Gedanken zum Oktober 2017

Wirtschaftspolitische Ziele und Zielkonflikte

Wirtschaftspolitische Ziele und Zielkonflikte

Wirtschaftspolitische Maßnahmen zur Zielerreichung und Vermeidung von Zielkonflikten

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Gedanken zum September 2017

Klimawandel in der Mongolei

Der Klimawandel findet global statt. Aufgrund der Häufung von extremen Wetterbedingungen kann nicht mehr von statistischen Ausreißern gesprochen werden. Doch selbst den Leugnern des Klimawandels, von denen sich in den Vereinigten Staaten viele selbst als gläubige Christen verstehen, sei gesagt: Mit den Früchten Schöpfung ist mit und ohne Klimawandel sorgsam umzugehen.

Beispiele für den Klimawandel finden sich auch in Regionen, die nicht im medialen Fokus stehen. So war der Sommer in der Mongolei ungewöhnlich trocken, so dass das Gras der Steppe nur unzureichend wachsen konnte. Etwas Regen gab es erst, als es für die Vegetation fast schon zu spät war. Die Folge ist, dass die Tiere der Nomaden - und natürlich auch alle anderen - sich vor dem Winter nicht genügend Fett anfressen können. Hinzu kommen Anzeichen, dass der Winter früher als üblich beginnt. Als Konsequenz werden wohl viele Tiere den Winter nicht überleben, was sich wiederum negativ auf die Lebensbedingungen der Menschen auswirkt.

Wir Mitteleuropäer können natürlich sagen, das interessiert uns nicht, weil es weit weg ist und wir die Mittel haben, uns bei Bedarf selbst zu helfen. Jedem Christen, jedem Moslem, jedem Buddhisten, jedem Juden, jedem Atheisten, jedem Menschen sollte unser gemeinsamer Planet als bewahrenswert erscheinen. Oder aber man stellt sich auf den Standpunkt, dass die Güte Gottes darin besteht, die menschlichen Fähigkeiten auf die Zerstörung der Erde zu beschränken, da ja zumindest das Universum als Ganzes nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.

Den abgebildeten Kamelen scheint es jedoch derzeit gut zu sehen. Auch alte Tiere werden nicht ausgesondert oder vorzeitig getötet, sondern verbleiben in ihrer gewohnten Umgebung. Die Einstellung der Mongolen gegenüber Tieren ist vorbildlich. Natürlich werden die Tiere auch als Nutztiere verwendet und/oder geschlachtet. Die elendige fabrikartige Massentierhaltung der so genannten westlichen Kulturnationen unter grausam beengten Verhältnissen mit fürchterlichen Tiertransporten entspricht nicht der Seelenlage der Nomaden.

Kamel in der Mongolei

Impression 1 aus der Mongolei


Kamel in der Mongolei

Impression 2 aus der Mongolei

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Gedanken zum August 2017

Umverteilungseffekt durch die Rente

Im vergangenen Monat wurde die Abhängigkeit der Lebenserwartung vom Bruttosozialprodukt pro Kopf weltweit analysiert. An dieser Stelle möchte ich für Deutschland die Korrelation zwischen Lebenserwartung und Einkommen vorstellen. Die Abweichung zwischen den Armen (mit einem Einkommen von weniger als 60% des Durchschnitts) und Reichen (mit einem Einkommen von mehr als 150% des Durchschnitts) beträgt für Frauen 8,4 Jahre und für Männer 10,8 Jahre oder insgesamt 9,6 Jahre. Die Armen (Männer und Frauen) werden durchschnittlich 73,5 Jahre alt, die Reichen 83,1 Jahre alt und die Mittelschicht 78,3 Jahre alt.

Das heißt, die Armen sind nicht nur durch die Armut gestraft, sondern auch durch die kurze Lebenszeit. Die Armen überleben ihren Renteneintritt gerade einmal um 8,5 Jahre, während die Reichen 18,1 Jahre lang ihre Rente genießen dürfen. Die Armen subventionieren somit die Renten der Reichen. Für die gleichen Einzahlungen in die Rentenversicherung erhalten die Armen deutlich weniger als die Hälfte. Das ist ein weiteres tragisches Beispiel für die Umverteilung von unten nach oben.

Fazit der ungleichen Lebenserwartung:

Korrelation der Lebenserwartung

zitiert aus "Soziale Unterschiede in der Mortalität und Lebenserwartung", GBE kompakt 2/2014, Seite 3

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Gedanken zum Juli 2017

Weltweite Lebenserwartungen

Dass es eine Korrelation zwischen Lebenserwartung und Einkommen gibt, scheint auf der Hand zu liegen. Um zu zeigen, wie hoch die Korrelation ist, wurde für alle Länder mit mehr als zehn millionen Einwohnern der Zusammenhang zwischen der durchschnittlichen Lebenserwartung in Jahren und dem Bruttosozialprodukt pro Kopf in tausend USD vereinfachend als Maß für das Einkommen dargestellt. Als Zwischenfazit kann festgehalten werden: Lebenserwartung und Einkommen hängen zusammen.

Erstaunliches tritt zutage, wenn man eine Differenzierung nach Lebensalter vornimmt. Bis zu einem Alter von etwa 68 Jahren gibt es keine Korrelation zwischen Alter und Einkommen. Erst danach gibt es einen Zusammenhang, so dass im Wesentlichen die ökonomischen Verhältnisse das darüber hinaus zu erreichende Alter bestimmen. Das heißt, eine zusätzliche Lebenserwartung von etwa 16 Jahren auf ein durchschnittliches Alter von 84 Jahren wird durch die wirtschaftliche Entwicklung ermöglicht. Spannend wären die konkreten Ursachen für diese Abweichung. An dieser Stelle kann darauf leider nicht eingegangen werden. Die Ursachen werden sicherlich auf die gesellschaftliche Verfasstheit zurückzuführen sein, wie bspw. Korruption, Bürgerkrieg, Kriminalität, Ungleichheit und geringe Kooperationsbereitschaft.

These als Fazit: Bis zu einer Lebenserwartung von knapp 70 Jahren sind materiellen Bedingungen - sofern sie denn zum Überleben reichen - nicht entscheidend, sondern die sozialen und gesellschaftlichen Bedingungen.

Korrelation der Lebenserwartung

Korrelation der zwischen Lebenserwartung und BSP pro Kopf (Quelle der Berechnungen: http://www.welt-auf-einen-blick.de/...)


Lebenserwartung zwischen 50 und 70 Jahren

Lebenserwartung bis 72 Jahren (Quelle der Berechnungen: http://www.welt-auf-einen-blick.de/...)


Lebenserwartung zwischen 50 und 70 Jahren

Lebenserwartung ab 72 Jahren (Quelle der Berechnungen: http://www.welt-auf-einen-blick.de/...)

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Gedanken zum Juni 2017

Vermögenskrise statt Schuldenkrise

Schulden können nicht ohne Vermögen gemacht werden. Vermögende suchen sich Schuldner. Das eine kann ohne das andere nicht existieren.

Wenn also üblicherweise von einer Schuldenkrise gesprochen wird, muss im Analogieschluss auch eine Vermögenskrise mitgedacht werden. Schulden bestehen aus zwei Komponenten: Die Tilgung sowie die Zinsen und etwaige Gebühren.

Zinsen können nur dann aufgebracht werden, sofern das Investment unter Berücksichtigung der Abschreibungen mindestens Erträge in gleicher Höhe erwirtschaftet. Die Abschreibungen müssten der Größenordnung nach den Tilgungszahlungen entsprechen. Bei Fehlinvestitionen schwindet das Kapital des Schuldners, während seine Schulden bleiben. Ohne Schuldenerlass begibt er sich prinzipiell bis an das Ende aller Tage in Schuldknechtschaft. Aufgrund des Zinseszinseffekts setzen Schulden Wachstum voraus. Das Wachstum sinkt jedoch mit fortschreitender wirtschaftlicher Entwicklung. In den Industrienationen gelten Wachstumsraten über Null schon fast als Erfolg. Aber auch die sich entwickelnden Länder werden künftig langsamer bis schließlich gar nicht mehr wachsen. Und hier beißt sich die Katze in den Schwanz: Schulden funktionieren nur mit Wachstum, während gleichzeitig die Wachstumsraten abnehmen.

Es wird zudem immer mehr gespart. Zum einen aufgrund der zunehmenden Akkumulation von Kapital in wenigen Händen, zum anderen aufgrund des Zwangs private Vorsorge für das Alter zu treffen. Während der private Vermögensaufbau für die Altersvorsorge in der Zukunft sich durch die Inanspruchnahme wieder verringert - wenn auch nie auf Null zurückgeht, weil die Dauer des Lebens zwar statistisch, aber nicht individuell vorhersebar ist -, wird das Vermögen zu keiner Zeit weniger werden. In der Summe können die Gläubiger gar nicht wollen, dass die Schulden zurückgezahlt werden. Trotzdem erwecken sie den Anschein, dass sie zurückgezahlt werden müssten, als Argument für möglichst hohe Zinsen. Deshalb werden hohe Schulden als krisenhafte Erscheinung dargestellt.

Wenn man aber folgende Grenzwertbetrachtung durchführt, ergibt sich ein anderes Bild. Es wäre eine Krise, sollten plötzlich alle Schuldner der Welt gleichzeitig ihre Schulden vollständig zurückzahlen. Es gäbe keine Zinsen mehr, die Altersvorsorge vieler Menschen würde sich in Luft auflösen, für die Verwendung des vielen Geldes bliebe nur der Konsum, es würde eine Inflation großen Ausmaßes entstehen und so weiter und so fort. Folglich muss von einer Vermögenskrise ausgegangen werden.

Fazit der übermäßigen Anhäufung von Vermögen:

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Gedanken zum Mai 2017

Das kosmische Prinzip des Kapitalismus

Auf das Kapital wirkt offenbar ein ähnliches Gesetz, wie das der Gravitation.

Wenn das so ist, ergeben sich daraus beispielsweise die folgenden Fragen:

Das kosmische Prinzip des Kapitalismus

Die Kräfte des Universums als Gleichnis für die Akkumulation von Kapital

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Gedanken zum April 2017

Die drei gesellschaftlichen Verwerfungen

Es ist erstaunlich, dass weder Wissenschaft noch Politik noch Medien die sich dramatisch zuspitzenden gesellschaftlichen Verwerfungen thematisieren, obwohl es deren ureigenste Arbeit sein sollte. Stattdessen muss ausgerechnet ich, dessen Aufgabe es eben gerade nicht ist, so etwas herausfinden. Aufgefallen ist mir das insbesondere bei der Analyse der Daten der Langen Reihe des Statistischen Bundesamtes. Zwar sind die Ungleichheiten an sich nichts Neues, nur das Ausmaß überrascht, wenn man die Daten visualisiert.

Im Hinblick auf das Potenzial zur Destabilisierung der Gesellschaft sehe ich folgende drei Ungleichheiten: Die zwischen Arbeit und Kapital aufgrund der abnehmenden Arbeitseinkommen, die zwischen den Staaten aufgrund zunehmender Exportüberschüsse, die innerhalb der Gruppe der Erwerbstätigen aufgrund der Zunahme prekärer Beschäftigung.

Die unterschiedlichen realen Chancen von Männern und Frauen sind angesichts dieser Trends zwar auch wichtig, aber dennoch eher von untergeordneter Bedeutung. An dieser Stelle kein Thema, aber zu erwähnen sich noch die nicht gelösten Konflikte bzw. Vorurteile zwischen Arbeitnehmern und Arbeitslosen, zwischen Jung und Alt, zwischen Einheimischen und Flüchtlingen, zwischen Christen und Muslimen usw. usf.


Erste Ungleichheit zwischen Arbeit und Kapital:

1992 und 1993 sowie 2014 und 2015 sind die Reallöhne gestiegen. Zwischen 1994 und 2013, für einen Zeitraum von 20 Jahren, sind sie jedoch konstant geblieben. Gleichzeitig ist in dieser Zeit das Bruttoinlandsprodukt um weit mehr als 30% gestiegen. Während für die Beschäftigen seit langem schon nichts mehr wächst - für die die Postwachstumsgesellschaft alo bereits schon Realität ist -, kommt das Wachstum ausschließlich den Unternehmensgewinnen und Kapitalerträgen zugute. Da dieses Kapital nicht in die Realwirtschaft investiert wird und auch gar nicht sinnvoll ausgegeben werden kann, wird es an den internationalen Kapitalmärkten verzockt, mit der Folge, dass Spekulationsblasen entstehen, die wiederum zur Mietpreisexplosion beitragen. Auf diese Weise wird die Lebensqualität der Menschen zusätzlich beeinträchtigt.

Entwicklung BIP, Löhne und Arbeitszeit seit 1991

Lohnentwicklung vs Bruttoinlandsprodukt in Deutschland. Datenbasis: www.destatis.de


Zweite Ungleichheit zwischen Deutschland und dem Rest der Welt:

Seit 1991 steigt der Exportüberschuss Deutschlands, von einer kurzen Unterbrechnung im Jahr 2009 aufgrund der Folgen der Finanzkrise einmal abgesehen, stetig von etwa 10 Mrd. € auf 250 Mrd. € im Jahr 2016. Es liegt nahe, dass die stagnierenden Löhne dazu einen erheblichen Beitrag geleistet haben. Weitere Ursachen für die steigenden Exporte sind natürlich wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen sowie eine vorwiegend in angelsächsichen Ländern zerstörte industriellen Basis aufgrund der Deregulierung der Finanzmärkte seit den 1980er Jahren. Die beiden zuletzt genannten Gründe mögen gute Gründe für den Export sein, dennoch heilen sie die destruktiven Konsequenzen nicht. Zum einen gehen in anderen Ländern im Saldo rechnerisch etwa 3,5 Mio. Arbeitsplätze verloren, zum anderen führt das zur Verschuldung und zu Haushaltsdefiziten der betroffenen Staaten, für die dann wiederum Rettungsschirme gespannt werden müssen, die der deutsche Steuerzahler im Zweifel zu zahlen hat. Es ist ein Teufelskreis: Die EU-Kritiker und fremdenfeindliche Ressentiments werden befördert.

Entwicklung BIP, Löhne und Arbeitszeit seit 1991

Exportüberschuss und rechnerisch davon abhängige Beschäftigte. Datenbasis: www.destatis.de, Berechnungen von R.H.G. Einert


Dritte Ungleichheit innerhalb der "Arbeit" bzw. innerhalb der Gruppe der abhängig Beschäftigten:

Es scheint sich alles so fantastisch in Deutschland zu entwickeln: Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit sinkt, die Beschäftigung steigt. Doch gleichzeitig sinkt zwischen 1991 und 2016 das Arbeitsvolumen von 60,2 Mio. auf 59,3 Mio. Stunden bzw. die jährliche Arbeitszeit je Erwerbstätigen von 1.554 auf 1.363 Stunden. Und noch etwas: Die tariflich festgelegten Arbeitszeiten steigen.

Hier nun einige Beispiele gemäß WSI-Tarifarchiv vom 30. Juni 2014: 2005 Bauhauptgewerbe: Arbeitszeitverlängerung von 39 auf 40 Stunden/Woche ohne Lohnausgleich, 2005 Deutsche Bahn AG: Arbeitszeitverlängerung von 38 auf 39 Stunden/Woche, 2007 Deutsche Telekom: Ausgliederung von Servicefunktionen in eigenständige Gesellschaften mit Arbeitszeitverlängerung von 34 auf 38 Stunden, 2008 Öffentlicher Dienst: Verlängerung der Arbeitszeit von 38,5 auf 39 Stunden/Woche in den Gemeinden West.

Es ist ein eigenartiges Paradoxon: Die durchschnittliche Arbeitszeit sinkt, während die Tarifarbeitszeit steigt.

Was übersehen wird, ist die notwendige Konsequenz der Erhöhung der prekären Beschäftigung sowie der Zunahme von Zeitarbeit und Arbeitnehmerüberlassung. Eine dramatische Ungleichheit innerhalb der Gruppe der Erwerbstätigen ist die Folge, die in diesem Ausmaß sprachlos machen sollte. Wenn also die Reallöhne konstant bleiben und die soziale Unsicherheit tatsächlich zunimmt, geht es den Menschen objektiv schlechter. Gleichzeitig wird medial vermittelt, dass es bergauf geht. Diese Diskrepanz zwischen eigenem Erleben und der Berichterstattung muss in den Menschen etwas auslösen - positiv wird es nicht sein. Diese Dramatik ist offenbar in der öffentlichen Diskussion noch überhaupt nicht angekommen.

Entwicklung Erwerbstätige, Arbeitsvolumen und Arbeitszeit seit 1991

Entwicklung der Erwerbstätigen, des Arbeitsvolumens und der Arbeitszeit. Datenbasis: www.destatis.de, Berechnungen von R.H.G. Einert


Mögliche Entwicklung der Arbeitslosigkeit:

Wenn man berücksichtigt, wieviele Arbeitsplätze vom Exportüberschuss abhängen, wenn man berücksichtigt, wieviel prekäre Beschäftigungsverhältnisse aus der zunehmenden Tarifarbeitszeit und der rückläufigen durchschnittlichen Jahresarbeitszeit resultieren, wenn man berücksichtigt, welche Auswirkungen der Verzicht auf zusätzliche Produktivitätssteigerungen in den Jahren 1991 bis 2015 gegenüber den Jahren 1970 bis 1991 auf die Beschäftigung hat, bleibt von einer positiven Bewertung des Arbeitsmarktes nicht mehr viel übrig: Die Arbeitslosigkeit könnte bei fast 17 Millionen liegen, das wäre eine gesellschaftliche Katastrophe.

Export: Es wurde gezeigt, dass dauerhafte und hohe Exportüberschüsse nicht nachhaltig sind und in anderen Ländern zu gesellschaftlichen Verwerfungen führen, die ihrerseits negative Rückkopplungen verursachen. Von den Exportüberschüssen in Deutschland im Jahr 2016 in Höhe von 250 Mrd. € hängen jedoch rechnerisch fast 3,5 Mio. Arbeitsplätze ab.

Arbeitszeit: Wenn man die Ungerechtigkeit ungleicher Arbeitszeiten basierend auf dem Paradoxon steigender Tarifarbeitszeiten und sinkender durchschnittlicher Jahresarbeitszeiten dahingehend auflöste, dass alle Beschäftigen gleich lange auf der Basis der Jahres 1991 mit 37,8 Wochenstunden arbeiteten, würde die Arbeitslosigkeit um weitere 5,0 Mio. steigen. Das wäre natürlich eine noch schlimmere Konsequenz, deren Lösung jedoch in einer Verkürzung der Arbeitszeiten für alle zu suchen wäre.

Produktivität: Erstaunlich ist, dass in einer Zeit, in der Gewerkschaften noch substanzielle Lohnerhöhungen durchsetzen konnten, die Produktivität (bezogen auf die Arbeitszeit) weit stärker gestiegen ist, als zu Zeiten der Stagnation der Löhne:

Zwischen 1970 und 1991 ist das Arbeitsvolumen um 7% gesunken, während das Inlandsprodukt um 76% gestiegen ist.

Zwischen 1991 und 2015 ist das Arbeitsvolumen um 2% gesunken, während das Inlandsprodukt um 37% gestiegen ist.

Unter der Annahme, dass darin ungenutzte Produktivitätspotenziale liegen, könnten weitere 5,7 Mio. Arbeitsplätze wegrationalisiert werden.

Lösung: Arbeitsplätze durch Exortüberschüsse zu schaffen, ist keine Lösung, weil negative Rückkopplungen eintreten. Arbeitsplätze durch nicht zu nutzende Produktivitätspotenziale zu schaffen, ist keine Lösung, weil das die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt. Arbeitsplätze durch prekäre Beschäftigung zu schaffen, ist keine Lösung, weil zunehmender Ungerechtigkeit nur durch zunehmende Repression zu begegnen wäre.

Stattdessen sind die Löhne zu erhöhen und die Arbeitszeiten für alle zu verringern, um eine Gleichverteilung der Arbeit zu ermöglichen. Unter den genannten Umständen wäre eine wöchentliche Arbeitszeit auf 26,5 Stunden möglich gewesen. Hierzu möchte ich auf meine ökonomischen Analysen verweisen, wo ein Zielsystem mit Zielkonflikten hergeleitet wird, aus dem Maßnahmen für das praktische Handeln abgeleitet werden:
Hier zum Zielsystem.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit ohne Export, konstanter Arbeitszeit und höherer Produktivität

Zusätzliche Arbeitslosigkeit durch Export, Arbeitszeit und Produktivität. Datenbasis: Berechnungen von R.H.G. Einert


Meine Vision ist, in Deutschland die gleichen Lebensverhältnisse zu schaffen, in Europa die gleichen Lebensverhältnisse zu schaffen, in der ganzen Welt die gleichen Lebensverhältnisse zu schaffen.


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Gedanken zum März 2017

Außenhandel und Exportüberschuss in Deutschland 2016 und vorher

Innerhalb des beginnenden dritten Jahrtausends ist der Exportüberschuss Deutschlands von weniger als 100 Mrd. € auf 250 Mrd. € gestiegen - das ist eine Erhöhung um das 2,5fache. Bei einem Bruttoinlandsprodukt von 3,1 Billionen € und 43,5 Mio. Beschäftigten leben im Jahr 2016 rechnerisch fast 3,5 Mio. Menschen vom Export. Das bedeutet, dass Deutschland anderen Ländern die gleiche Anzahl an Arbeitsplätzen wegnimmt und zudem erhebliche Mengen an Kapital abzieht. Damit macht sich Deutschland mitschuldig an der weltweiten Zunahme der Ungleichheit, die soziale und politische Konsequenzen zur Folge haben muss.

Sollte die EU oder der Euro scheitern, wäre es denkbar, dass gegen die wieder eingeführte DM so weit spekuliert wird, dass sich der Überschuss in ein Defizit in gleicher Höhe verwandelt. Es wäre eine wirtschaftliche Katastrophe sondergleichen, wenn zu den existierenden 3 Mio. Arbeitslosen noch weitere 7 Mio. hinzukämen.

Exportüberschuss und Anteil am Handelsvolumen

Exportentwicklung Deutschland 2001 bis 2016. Datenbasis: www.destatis.de

Der Überschuss von ungefähr jeweils 50 Mrd. € gegenüber den Vereinigten Staaten und Großtritannien legt nahe, dass die darauf beruhenden sozialen Verwerfungen einen Beitrag zur Wahl von Trump und zur Entscheidung für den Brexit beigetragen haben können - unabhängig davon, dass der schlechte Zustand der Industrieproduktion durch den Fokus auf die Finanzwirtschaft und den kurzfristigen Erfolgsdruck sowie die schwachen Gewerkschaften auch selbstverschuldet ist.

Im Vergleich dazu kann das Defizit gegenüber China mit 17 Mrd. € und einem Anteil am Handelsvolumen von 10% als ausgeglichener Handel betrachtet werden, obwohl es heißt, dass es die Chinesen sind, die den Markt ruinierten.

Außenhandel nach Ländern

Außenhandel von Deutschland nach Ländern für 2016. Datenbasis: www.destatis.de


Die Entwicklung des Handelsvolumens als Summe der Exporte und Importe für die ausgewählten Länder Vereinigte Staaten, Großbritannien und China als die bedeutendsten Exportmärkte Deutschland ähnelt sich stark. Von einem Einbruch im Jahr 2009 - wahrscheinlich als verspätete Folge der Finanzkrise im vorangegangenen Jahr - einmal abgesehen, steigt das Handelsvolumen stetig. Der chinesische Markt ist besonders stark ab 2010 gestiegen und hat 2016 sogar die Vereinigte Staaten als bislang größten deutschen Markt abgelöst.

Handelsvolumen von Deutschland mit den USA, Großbritannien und China

Handelsvolumen von Deutschland mit den USA, Großbritannien und China von 2007 bis 2016. Datenbasis: www.destatis.de


Selbsterklärend sind die Entwicklung des Exportüberschusses der oben genannten Märkte. Seit 2009 hat sich der Überschuss gegenüber den Vereinigten Staaten und Großbritannien mehr als verdoppelt. Das Defizit gegenüber China ist von 25 Mrd. € im Jahr 2007 auf 5 Mrd. € im Jahr 2014 zurückgegangen, so dass der Handel entgegen dem öffentlichen Eindruck so gut wie ausgeglichen ist,

Exportüberschuss/-defizit von Deutschland mit den USA, Großbritannien und China

Exportüberschuss/-defizit von Deutschland mit den USA, Großbritannien und China von 2007 bis 2016. Datenbasis: www.destatis.de


Wenn die deutsche Regierung behauptet, der Exportüberschuss gegenüber den Vereinigten Staaten und Großbritannien spiegele die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands wieder und sei normal, gleichzeitig aber das Defizit gegenüber China beklagt, das lediglich ein Drittel bzw. ein Viertel davon beträgt, ist das unlauter und unseriös.

Fazit: Es ist nicht fair, sich über vermeintliche Dumpingpreise chinesischer Firmen zu beklagen, wenn der Handel im Vergleich zu anderen Ländern als fast schon ausgeglichen angesehen werden kann.

Anteil am Handelsvolumen von Deutschland mit den USA, Großbritannien und China

Anteil am Handelsvolumen von Deutschland mit den USA, Großbritannien und China von 2007 bis 2016. Datenbasis: www.destatis.de


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Gedanken zum Februar 2017

Farbenspiel mit den Spektrallinien

Spektralfarben

Alles aus Nichts und Licht


Hinweis für Marxisten: Mit Hilfe der Einführung eines bedinungslosen Grundeinkommens in angemessener Höhe von bspw. 60% des Durchschnittslohns wäre es überflüssig, die Verfügungsmacht über die Produktionsmittel abzuschaffen. Die Freiwilligkeit der Arbeit eröffnet die Möglichkeit, dass Produktionsmittel nicht eingesetzt werden können und damit potenziell wertlos sind, wenn die angebotenen Arbeitsbedingungen und Entlohnungen nicht angemessen sind, da man ja sozial abgesichert ist.


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Gedanken zum Januar 2017

Alles aus Nichts und Licht

Zur Besinnung am Jahresanfang möchte ich die zentralen Inhalte meines Weltbildes in sieben Ebenen skizzieren:

Alles aus Nichts und Licht

Alles aus Nichts und Licht

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