DER WELTGEIST

1. Ein Weltbild in sieben Ebenen und
2. Analysen zu einem Wandel in der Wirtschaftspolitik
 

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1. HJ
Thema
2. HJ
Thema
Jan.
(Personal)führung und Führungskräfte
Jul.
Eigenarten der Finanzkrise
Feb.
Elite und Bestenauslese
Aug.
Bedrohung des gesellschaftlichen Zusammenhalts
Mrz.
Schutz von Bildungsinvestitionen
Sep.
Arthur Schopenhauer
Apr.
Arbeitskräftemangel aufgrund der Demografie
Okt.
Sammlung diverser Zitate
Mai
Wohlfahrtsmaximierung durch die Energiewende
Nov.
Schuldenbremse
Jun.
Gleichberechtigung von Männern und Frauen
Dez.
Abfolge der Generationen
2018
(9) Flucht und Vertreibung   (8) Künstliche Dummheit   (7) Übersetzungspgrogramme   (6) Durch das Universum   (5) Der Weltgeist im Wandel   (4) Dualismen   (3) Gut und Böse   (2) Es ward Licht   (1) Tweetsammlung
2017
(12) Konsumfest   (11) Populismus   (10) Zielkonflikte   (9) Klimawandel   (8) Umverteilung durch Rente   (7) Lebenserwartung   (6) Vermögenskrise   (5) Kapitalismus = kosmisches Prinzip   (4) Gesellschaftliche Verwerfungen   (3) Exportüberschuss   (2) Spektrallinien   (1) Nichts und Licht
2016
(12) Gute Führung schafft sich ab   (11) Rache der Ausgegrenzten   (10) Sexismus   (9) Umzug Lenins   (8) Arbeit als Strafe   (7) Vernunftwissenschaftler   (6) 100.000 Sozialarbeiter   (5) Wohnungsnot   (4) Demokratieindex für Kredite   (3) Verschiedenes   (2) Enteignung   (1) Realität und Vorstellung
2015
(12) Ausgrenzung   (11) Inflation durch Löhne   (10) Es wächst nichts mehr   (9) Modell zum Weltbild   (8) TTIP für Bildung   (7) Gott und das Böse   (6) Ursprung der Vernunft   (5) Licht und Götter   (4) Licht und Binärsystem   (3) Ursprung des Meinens   (2) Sittenwidrigkeiten   (1) Unchristlich vs ungläubig
2014
(12) Spekulationsblasen   (11) Happiness Engineers   (10) Plagiat   (9) Standford-Gefängnis   (8) Frauenfrage   (7) Gesellschaftliche Spielregeln   (6) Der weiße Mann   (5) Damen und Herren   (4) Moral des Kleinbürgers   (3) Missbrauch von Symbolen   (2) Sexualität   (1) Kapitalistisches Manifest
2013
(12) Das Universum   (11) Der Messias   (10) Fundstücke   (9) Ewiger Frieden   (8) Pyramid of Shit   (7) Nutzlosigkeit   (6) Ausbeutung von Männern   (5) Perspektivlosigkeit der Jugend   (4) Wissenschaften   (3) Kindsmörderin   (2) Arbeit/Verträge/PPP/Verzicht/Soldaten   (1) Gewohnheit
2012
(12) Unternehmenskrisen   (11) Weniger arbeiten   (10) Grundeinkommen   (9) Revolution   (8) Political Correctness   (7) Bundesschatzbriefe   (6) Betongold   (5) Hartz IV und Existenzminimum   (4) Kapitaldeckung   (3) Investitionen in Bildung   (2) Exzellenzförderung   (1) Schutz des Eigentums
2010
(12) Personalauswahl   (11) spätrömische Dekadenz   (10) Nachhaltigkeit   (9) Gleichgewicht der Gier   (8) Arbeits- und Immobilienmarkt   (7) abnehmendes Wachstum - steigende Zinsen

Gedanken zum Dezember 2011

Abfolge der Generationen

Schon Sokrates soll vor fast 2500 Jahren geklagt haben: "Die Jugend liebt heute den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt mehr vor älteren Leuten und diskutiert, wo sie arbeiten sollte. Die Jugend steht nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widerspricht den Eltern und tyrannisiert die Lehrer." Und auch heute können wir dieser Aussage zu 100 Prozent zustimmen - und auch unsere Nachfahren in weiteren 2500 Jahren werden exakt genauso denken.

Fassen wir zusammen:

Die Jugend von heute ist immer schlimmer als die von früher.

Auf der anderen Seite hat jedoch Immanuel Kant in seiner "Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht" erkannt, dass die Weltgeschichte auf die vollkommene bürgerliche Vereinigung der Menschengattung abziele. Das Bestreben zum Guten scheint im Menschen verwurzelt zu sein oder aber - wie gesagt - in weltbürgerlicher Absicht zu liegen. In der Tat sind das Völkerrecht, die Vereinten Nationen, internationale Abkommen und dergleichen deutliche Fortschritte gegenüber der damaligen Zeit. Wenn man bedenkt, dass die Bevölkerungszahl seit der Zeit Kants vor über 200 Jahren um ein Vielfaches gestiegen ist, kommen wir zumindest in Deutschland und Europa mit der Multi-Kulti-Kultur ausgesprochen gut zurecht und können die Vielfalt als eine herausragende kulturelle Bereichung ansehen.

Fassen wir zusammen:

Es ist die Absicht der Natur, alle Anlagen der Menschen zu entwickeln.

Doch wie passt das zusammen? Wer hat Recht?

Alles wird schlechter, aber zugleich auch besser.

So können und dürfen wir einerseits feststellen, dass wir selbst immer besser werden. Während wir also besser werden, es aber gar nicht merken, erscheint uns es lediglich so, dass die Jugend immer schlechter wird. Tatsächlich ist die Jugend seit Menschengedenken wohl immer gleich gut oder schlecht.

Andererseits führt das Fehlerhafte der menschlichen Verfassung mit ihren Rückschlägen und Abstürzen doch dazu, dass jedes Mal ein Keim der Aufklärung übrig bleibt, der eine noch höhere Stufe der Verbesserung vorbereitet. Durch die Menschheitserfahrungen, durch Wissenschaft und Kultur, durch Bildung und Einsicht streben die Gesellschaften zum Höheren. Jede Generation gibt ihre Erfahrungen an die nächste weiter. Gewohnheit und Bequemlichkeit sind Gründe für den Einzelnen, sich nicht weiterzuentwickeln. Und in diese Bresche treten die nachfolgenden Generationen. Sie stellen vieles in Frage, sie lernen von Grund auf neu, sie nehmen zur Kenntnis was die "Alten" an Wissen hervorgebracht haben. Die nachfolgenden Generationen sind es, die die Lehren aus den Rückschlägen und Abstürzen in der Vergangenheit ziehen.

In diesem Sinne basiert der Fortschritt auf der Abfolge der Generationen.

"Alles wird schlechter, aber zugleich auch besser" sind Aussagen, die sich nicht gegenseitig ausschließen. Beides ist richtig. Das Eine bezieht sich auf unsere Wahrnehmung oder kurzfristige Entwicklungen, das andere bezieht sich auf die Realität oder die langfristige Menschheitsentwicklung.

Den Tod zu beklagen ist individuell verständlich. Doch am Leben ewig festhalten zu wollen, ist - was das Gemeinwohl anlangt - schädlich. Es behindert nämlich den Fortschritt.

Das Ergebnis ist, dass wir ein angemessenes Verhältnis zwischen Individualismus und Gemeinschaft anstreben sollten.

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Gedanken zum November 2011

Schuldenbremse

Als eine Maßnahme zur Lösung der Probleme der Finanzkrise wird die Schuldenbremse angeführt. Das hört sich erstmal recht gut an. Doch sinnigerweise lassen sich die Beschränkungen leicht umgehen. Anstelle von Schulden werden dann einfach Geschäfte auf der Basis der Private Public Partnerschaft getätigt. Bund, Länder und Gemeinden investieren nicht mehr selbst, sondern verkaufen öffentliches Eigentum und mieten es dann wieder zurück. Das wird natürlich deutlich teurer, da die beteiligten Unternehmen auch verdienen wollen und sich erfahrungsgemäß prächtige Renditen vom Staat garantieren lassen. Oder es werden öffentliche Investitionen in private Hände gelegt.

Alle diese Ideen eint, dass Zahlungsversprechungen für die Zukunft abgegeben werden - und das ist nichts anderes, als Schulden zu machen. Da der Fantasie bekanntlich kaum Grenzen gesetzt sind, werden sich noch zahlreiche andere Möglichkeiten finden, diese Beschränkungen der Schuldenbremse zu umgehen. Es profitieren gewinnorientierte Unternehmen zulasten des Gemeinwohls.

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Gedanken zum Oktober 2011

Sammlung diverser Zitate

An dieser Stelle möchte ich aus einer Vielzahl von Büchern scheinbar zusammenhanglose Bruchstücke auflisten, die mich in irgend einer Weise berühren:

Bettelheim, Bruno: Aufstand gegen die Masse, Frankfurt a. M. 1989

Feyerabend, Paul K.: Wider den Methodenzwang, 3. Aufl., Frankfurt/Main 1991

Fukuyama, Francis: Konfuzius und Marktwirtschaft, München 1995

Geissler, Jürgen: Psychologie der Karriere, München, Zürich 1977

Hermann Hesse: Siddhartha : Eine indische Dichtung, 1. Aufl., Frankfurt 1974

Kant, Immanuel: Kritik der reinen Vernunft, Hamburg 1990

Kohn, Alfie: Mit vereinten Kräften, Weinheim, Basel 1989

Mitscherlich, Alexander: Auf dem Weg zur Vaterlosen Gesellschaft

Mowat, F.: Ein Sommer mit Wölfen

Friedrich Nietzsche (1844 - 1900): Jenseits von Gut und Böse

Reichardt, Dieter: Tango - Verweigerung und Trauer, Frankfurt am Main 1984

Schopenhauer, Arthur: Die Welt als Wille und Vorstellung, München 1998

Staudinger/Schlüter: Wer ist der Mensch?

Weizsäcker, Carl Friedrich: Der bedrohte Friede - heute, München, Wien 1994

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Gedanken zum September 2011

Arthur Schopenhauer

Aus dem Buch "Aphorismen zur Lebensweisheit" von Arthur Schopenhauer (Zürich 1987) möchte ich nun einige der interessantesten Aussagen zitieren:

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Gedanken zum August 2011

Bedrohung des gesellschaftlichen Zusammenhalts

Den vorwiegend Jugendlichen, die sich in Großbritannien an den Unruhen beteiligt haben, wird vorgeworfen, es gehe ihnen nicht um Gerechtigkeit, sondern lediglich um Flachbildschirme, wie es beispielsweise in der ZEIT heißt. Doch viel eher zu vermuten ist, dass diese Menschen aufgrund der ihnen vorenthaltenen Bildung gar nicht in der Lage sind, sich verbal strukturiert und organisiert zu artikulieren. Statt Gerechtigkeit zu fordern, nehmen sie sich das, was sie intuitiv für gerecht halten, schließlich wollen sie lediglich ein Lebensgefühl verwirklichen, das ihnen die Werbung am laufenden Band präsentiert, das ihnen aber tatsächlich verwehrt bleibt.

Dann jedoch stellen sich die Fragen:

Wie weit dürfen Sozialisationsdefizite, wie weit darf Ungleichbehandlung, wie weit darf Achtlosigkeit, wie weit darf Gentrifizierung, wie weit dürfen Parallelgesellschaften, wie weit darf Entsolidarisierung, wie weit dürfen Ausbildungsmängel, wie weit darf der Realitätsverlust fortschreiten, bis die Menschenrechte, bis die Prinzipien des Grundgesetzes ad absurdum geführt werden?

Muss sich jemand, für den die Menschenrechte, für den die Prinzipien des Grundgesetzes aus den genannten Gründen zwar theoretisch gelten, aber jedoch mangels individueller Ressourcen praktisch nicht gelebt werden können, diesen Grundsätzen gegenüber dem Staat, gegenüber der Gesellschaft, gegenüber den Menschen verpflichtet fühlen?

Wenn die erste Frage zu bejahen, wenn die zweite Frage zu verneinen ist, wäre dies beispielsweise im Falle der Unruhen in Großbritannien im August 2011 zwar keine gesetzliche, aber doch zumindest eine moralisch verständliche Rechtfertigung für das Verhalten der Jugendlichen und ein böses Omen für die hiesige Entwicklung.

Nun zu den Entwicklungen, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt bedrohen:

Sozialisationsdefizite - Werte können gar nicht erst entstehen:

Ungleichbehandlung - Sinn für Gerechtigkeit wird zerstört:

Achtlosigkeit - Werte werden nicht vorgelebt, sondern missachtet:

Gentrifizierung:

Parallelgesellschaften - Gemeinsinn kann nicht entstehen:

Entsolidarisierung - Ausgrenzung statt Kooperation:

Ausbildungsmängel - Elitenförderung ersetzt die Förderung einfacher Leute:

Realitätsverlust:

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Gedanken zum Juli 2011

Eigenarten der Finanzkrise

In Korrelation zu den Empfehlungen der Ratingagenturen, die das Risiko der Rückzahlung von Staatsschulden bewerten, steigen oder fallen die Zinsen von Staatsanleihen. Doch gleichzeitig werden europaweit und international Rettungspakete geschnürt, die dafür sorgen sollen, dass diese Risiken gar nicht erst eintreten. Trotzdem bleiben die Risikoaufschläge der Zinsen. Es ist folglich unmoralisch, die Gläubiger, die oftmals Banken, Versicherungen und Pensionsfonds sind, nicht zu beteiligen.

Würde jeder der Millionen von Sparern, die ihr Geld den Banken, Versicherungen und Pensionsfonds anvertrauen, einzeln über die Anlageform seiner Finanzen entscheiden, wären die Finanzsysteme sicher. Es gäbe keine einzelnen Akteure, die beispielsweise gegen einen Staat oder eine Währung wetten, indem sie bis zu zweistellige Milliardenbeträge hin und her schieben. Bei einer Sparquote in Deutschland von 10% oder mehr steigt das Geldvermögen notwendigerweise. Ein schlagartiges Entsparen wäre gar nicht denkbar. Ein Entsparen könnte durch die demografische Entwicklung erfolgen, aber eben nur langsam und vorhersehbar. Ganz im Gegensatz dazu drohen die institutionellen Anleger Staaten wie Griechenland mit Liebesentzug.

Weiter gilt: Das Geldvermögen der privaten Haushalt in Deutschland beträgt 2010 etwa 4,7 Billionen Euro. Ohne Staatsschulden in Höhe von 1,9 Billionen Euro müsste ein Beitrag in gleicher Höhe neu und anders angelegt werden. Da es schon jetzt gar nicht so viel Realwirtschaft gibt, wie es Geld gibt, müsste Geld in Geld angelegt werden. Die nächste Spekulationsblase wäre vorprogrammiert - und das mit möglicherweise noch verheerenderen Folgen als die letzte Finanzkrise.

Fazit: Staatsschulden sind nötig, sie stabilisieren die Finanzsysteme, die ihrerseits gegen Staatsschulden wetten. Es ist paradox, etwas schlecht zu reden, wovon man existiert.

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Gedanken zum Juni 2011

Gleichberechtigung von Männern und Frauen

Häufig wird behauptet, Frauen verdienen weniger, Frauen haben die schlechteren Berufschancen, Frauen sind häufiger Opfer sexueller Belästigung, Frauen sind eben generell benachteiligt und vieles andere mehr. Dies soll nun Ausgangspunkt sein, auch einmal eine männliche Perspektive einzunehmen. Damit nun nicht der Eindruck der Einseitigkeit oder der Umkehrung der Verhältnisse entsteht, wird jeder Benachteiligung, die Männern zugeschrieben wird, eine Argumentationsmöglichkeit aus Sicht der Frauen gegenübergestellt.


These Antithese
Männer haben eine gegenüber Frauen kürzere Lebenserwartung von etwa 5 bis 6 Jahren. Frauen kümmern sich sehr viel intensiver um ihre Gesundheit und leben gesünder.
Die Selbstmordrate von Männern ist ungefähr dreimal so hoch als die von Frauen. Frauen flüchten weit häufiger in den Tablettenmissbrauch und kehren ihre seelischen Nöte nach innen.
Männer bekommen 23% mehr Gehalt als Frauen, haben aber auch eine um 23% höhere Arbeitszeit. Wenn Männer nun durchschnittlich höhere Positionen innehaben, heißt das, dass Männer in mittleren und niedrigen Positionen für die gleiche Arbeit weniger Gehalt bekommen. Frauen werden aufgrund überkommender Rollenverständnisse in den Niedriglohnsektor mit einem hohen Anteil prekärer Beschäftigungs-verhältnisse gedrängt.
Eine Frauenquote wird nur für die Top-Positionen gefordert, nicht aber die den unteren Rand der Gesellschaft. Frauen am unteren Rand der Gesellschaft fallen lediglich weniger auf als Männer.
Männer werden aufgrund ihrer Erziehung und Sozialisation (durch Frauen) zu einem Karrierestreben veranlasst, der weder der Psyche noch der Gesundheit förderlich ist. Frauen werden andererseits eher dienende und fürsorgliche Tätigkeiten nahe gelegt, die zudem eine geringe gesellschaftliche Wertschätzung erfahren.
Während Frauen die Wahlmöglichkeit zwischen Familie und Beruf haben, beruht der soziale Status von Männern auf Geld und Karriere. Aufgrund fehlender Arbeitsplätze bleibt vielen Frauen oftmals keine andere Alternative als Hausfrau zu werden.
Bei der Suche nach (Sexual)partnern ist für Männer der soziale Status von sehr viel größerer Bedeutung als für Frauen. Frauen werden bei der Partnerwahl oftmals auf das Äußere reduziert. So ist es weit seltener, dass Frauen jüngere Partner haben.
Von Arbeitslosigkeit sind weit mehr Männer - nämlich 56% - betroffen als Frauen. Die Erwerbsquote von Frauen ist niedriger, so dass sich weit weniger Frauen arbeitslos melden.
Von Männern wird erwartet, sich auch an den weiblichen Sprachcode zu gewöhnen. Sie sollen beispielsweise aus den Worten "mir ist kalt" erahnen, dass gemeint ist, doch bitte das Fenster zu schließen. Der Sprachcode von Frauen ist weitaus weniger konfrontativ und mehr von Ausdruckstärke geprägt, die statt schwarz und weiß auch noch Zwischentöne zulässt.
Dass es keine weibliche Entsprechung für den Begriff der Brüderlichkeit gibt, legt nahe, dass Frauen miteinander weniger gut klar kommen. An die Stelle der Brüderlichkeit tritt die Mütterlichkeit, die einen größeren Schwerpunkt auf Fürsorgeaspekte legt.
Durch die Abbildung (halb)nackter Frauen in der Werbung werden die Emotionen von Männern zu kommerziellen Zwecken ausgebeutet. Männer werden zu Objekten. Durch die Abbildung (halb)nackter Frauen in der Werbung werden Frauen zu Objekten reduziert und dadurch diskriminiert. Dies beweist die männliche Dominanz der Gesellschaft.
Männer dokumentieren ihre Hochachtung gegenüber dem anderen Geschlecht unter anderem durch die Anrede "Sehr geehrte Damen und Herren". Frauen übernehmen diesen Sprachgebraucht ohne Not unreflektiert. Doch nur der Esel nennt sich zuerst. Frauen schätzen offenbar sich selbst mehr.
Die Schulleistungen von Jungs sind schlechter als die von Mädchen - auf die Bedürfnisse von Jungs wird in der Erziehung weniger eingegangen. Die Förderung von Mädchen ist von besonderer Bedeutung, um über viele Generationen praktizierte Benachteiligung zu kompensieren.
Männer, die keine Jugendlichen, Senioren oder junge Väter sind, sind die Einzigen, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) nicht vertreten werden, obwohl sie eine Minderheit von weniger als 25% der Bevölkerung sind. Jugendliche, Senioren, Frauen und junge Väter können sich nicht wie erwachsene Männer in der gleichen Weise selbst um sich kümmern. Sie benötigen den Schutz der Gesellschaft, um beispielsweise die Bevölkerungsentwicklung steuern zu können.

Fazit: Männer und Frauen werden in gleicher Weise diskriminiert und benachteiligt.

Synthese: Die Konsequenz darf nicht sein, die Bedingungen für Frauen oder Männer getrennt zu verbessern. Die Konsequenz muss sein, die alle Menschen unabhängig von Geschlecht und dergleichen gleichermaßen zu fördern.

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Gedanken zum Mai 2011

Wohlfahrtsmaximierung durch die Energiewende

Die Warnungen vor der Energiewende - weg von Atom und Kohle hin zu regenerativen Energieträgern - klingen so, als stünde der Untergang des Abendlandes bevor. Erstaunlicherweise werden Kreise, die sonst eher vor Bedenkenträgern warnen, selbst zu welchen.

Es wird im Einzelnen davor gewarnt,

Übersehen wird dabei, dass beispielsweise höhere Energiepreise auch evolutionäre Entwicklungen in Gang setzen können. Wer sich erst einmal an niedrige Preise gewöhnt hat, sieht sich in der Regel auch nicht veranlasst, etwas zu unternehmen. Steigen die Preise, kann dies zu einem Weckruf werden. Plötzlich zahlen sich neue Ideen aus. Die Amortisationsdauer von Investitionen in erneuerbare Energien sinkt. Das führt zu mehr Investitionen, während gleichzeitig die Ausgaben für Primärenergie wie Uran, Öl und Kohle sinken. Es verbleibt mehr Kapital für Investitionen und Konsum. Der Wohlstand steigt.

Mit einem unglaublichen Selbstverständnis wird behauptet, wir bräuchten zusätzlich oberirdische Stromleitungen, schließlich kosten unterirdische Leitungen dreimal so viel. Doch bereits eine überschlägige Kalkulation reicht aus, um zu erkennen, dass dadurch die Strompreise um lediglich etwa 0,25 bis 0,50 Cent oder 0,0025 bis 0,0050 Euro pro kWh steigen. Für einen durchschnittlichen Haushalt sollten dies aber Kosten in überschaubarer Höhe sein, die durch Energieeinsparung und Energieeffizienz mehr als wieder ausgeglichen werden können.

Deutschland ist bereits jetzt Exportweltmeister. Selbst wenn manch ein Unternehmen tatsächlich auswandert, wäre dies eher ein positiver Beitrag, um die Gleichgewichte im Welthandel wieder herzustellen. Doch dass dies geschieht, ist ungewiss. Schließlich ist die Umweltverschmutzung in den sich entwickelnden Länder ein erhebliches Problem; auch dort wird man sich mit zunehmender wirtschaftlicher Entwicklung dieses Themas annehmen müssen, mit der Konsequenz, dass die vermeintlichen Wettbewerbsvorteile kostenloser Umweltverschmutzung und billigen Ressourcenverbrauchs mittel- bis langfristig entfallen.

Es wird weiterhin der scheinbar logisch klingende Schluss gezogen, eine Großtechnologie wie die Kernkraft durch eine andere Großtechnologie wie Desertec ersetzen zu müssen. Der Bevölkerungsrückgang in Verbindung mit weiterem Einsparpotential führt jedoch zu der Möglichkeit, dezentrale Lösungen im Rahmen von Stadtwerken oder Haushalten zu entwickeln. Die Akzeptanz kleinteiliger Lösungen ist naturgemäß größer als jedes andere Mammutprojekt.

Aufgrund von durch Atomstrom blockierter Leitungen, die bisher einen erheblichen Stromexport verursacht haben, werden Investitionen verhindert. So können beispielsweise innovative Speicherlösungen von Energie jahreszeitliche oder tagesbedingte Schwankungen ausgleichen helfen.

Fazit: Die Energiewende schafft Wohlstand, statt ihn zu verhindern. Investitionen schaffen Arbeitsplätze und verringern die Kosten für Uran, Kohle und Öl.

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Gedanken zum April 2011

Arbeitskräftemangel aufgrund der demografischen Entwicklung

Es heißt, dass aufgrund der demografischen Entwicklung künftig auf immer weniger junge Menschen immer mehr alte Menschen kommen. Das ist zunächst einmal richtig. Daraus wird allerdings scheinbar messerscharf geschlossen, dass immer wenige Junge immer mehr Alte zu finanzieren hätten und unter dieser Last zusammenbrechen müssten. Das hört sich zunächst total logisch an. Wer das nicht erkennen wolle, habe also den Verstand verloren, wenn es nach der Mehrheitsmeinung geht. Alle Argumente gegen die Erhöhung des Renteneintrittsalters oder die Verringerung der Renten sind damit erst einmal vom Tisch gewischt.

ABER ... Aber der demografischen Entwicklung stehen ebenso folgende Tatsachen gegenüber:

Daraus folgt als Fazit:

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Gedanken zum März 2011

Schutz von Bildungsinvestitionen

In Artikel 14 Absatz 1 des Grundgesetzes heißt es vielversprechend: "Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt."

Vermieter leiten aus der "unangemessenen wirtschaftlichen Verwertbarkeit" das Kündigungsrecht von Mietverträgen ab, Energiekonzerne die Beibehaltung der Verlängerung der Restlaufzeiten ihrer Kernkraftwerke.

Das sind Beispiele für Investitionen in Sachwerte. Doch was passiert, wenn jemand entscheidet, in seine Ausbildung zu investieren? Schließlich können diese Investitionen erheblich sein. Hierzu gehören beispielsweise die Unterhaltskosten, die gegenüber einer ungelernten Hilfskraft entgangenen Einkommen, die Studiengebühren und sonstigen Kosten - nicht zu vergessen die Zeit, die sich auf weit über 10.000 Stunden belaufen kann. Die Beträge können sich auf mehrere Nettojahresgehälter einfacher hart arbeitender Menschen summieren; und das sind in der Regel die Eltern von Studenten.

Selbst wer unverschuldet erwerbslos bleibt oder wird, genießt im Zweifel nicht den geringsten Schutz seiner Bildungsinvestitionen. Jede zumutbare Arbeit muss angenommen werden; und zumutbar scheint so fast alles zu sein - von den Arbeitsbedingungen bis hin zum Gehalt. Die Folge ist, dass sich im Zeitablauf in diesem Fall alle Investitionen in Bildung entwerten. Nicht nur, dass sich die Investitionen nicht verzinsen, die Investitionen selbst gehen verloren. Und weiter gilt, bevor Hartz IV in Anspruch genommen werden kann, müssen alle Vermögenswerte aufgebraucht werden, was letztlich die Ersparnisse mehrerer Generationen betreffen kann, so dass nicht einmal das Erbrecht gewährleistet ist. Es wäre gewährleistet, wenn die persönliche Situation selbst verschuldet ist. Doch aufgrund abnehmender Wachstumsraten und tendenziell zunehmender Produktivitätsraten bleiben nur die Alternativen der Entstehung von Arbeitslosigkeit oder Lohn- und Sozialdumping übrig.

Man kann jetzt argumentieren, dass die prozentuale Arbeitslosigkeit mit dem Bildungsniveau abnimmt, so dass sich die Risiken vermindern. Doch wer davon betroffen ist, den interessieren nicht irgendwelche Statistiken. Ebenso wenig lassen sich beispielsweise Rückschlüsse von der Höhe des Bruttoinlandsprodukts auf die Verteilung von Arm und Reich ziehen. Uns geht es gut, heißt es - ja richtig, statistisch gesehen geht es uns hervorragend; so es wie jemanden geht, der mit einem Fuß im Gefrierfach und mit dem anderen auf der Herdplatte steht. Wer seine Bildungsinvestitionen verliert, verliert sie im Zweifel vollkommen und nicht statistisch gesehen das jeweilige prozentuale Risiko.

Der ungleiche Schutz von Investitionen in Sachgüter oder Bildung ist eklatant. Das kann in der Konsequenz nur heißen, auch Bildungsinvestitionen unter den Schutz des Grundgesetzes zu stellen. Es ist nämlich nicht keine Argumentationskette erkennbar oder naheliegend, die zu der Konsequenz führt, dass etwaige Schranken bezüglich des Schutzes von Bildungsinvestitionen per Gesetz sinnvoll sein könnten. Schließlich liegt es nahe, dass jemand, der in seine Bildung investiert, diese auch nutzen will und es sich eben NICHT in der vermeintlich sicheren sozialen Hängematte bequem macht.

FAZIT: Wer in Bildung investiert, ist vor nichts sicher. Wer sich bildet und zudem spart, ist vor nichts sicher. Selbst Fleiß und Sparsamkeit mehrerer Generationen können sich - auch ohne Krieg - in Luft auflösen. Das gilt jedoch keineswegs für Kapitalinvestitionen - hier stehen zahlreiche Rettungspakete und Subventionen in Milliardenhöhe oder fast schon Billionenhöhe zur Verfügung.

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Gedanken zum Februar 2011

Elite und Bestenauslese

Während sich die Personalauswahl und Führungskräfteentwicklung lediglich auf Organisationen und Unternehmen konzentriert, soll sich der Begriff Elite bzw. Bestenauswahl auf die Wirkmächtigkeit im Hinblick auf die Erhöhung des Gemeinwohls beziehen und nicht auf den unternehmerischen oder organisatorischen Bereich beschränkt bleiben. Viel öfter jedoch scheint die Wirkmächtigkeit im Sinne der Verfolgung eigener Einkommensmaximierung oder partikulärer Sonderinteresse zu stehen.

Die Anforderungen an eine Elite, die das Gemeinwohl im Fokus hat, sollten meiner Meinung nach darin bestehen, nachfolgende Entgegensetzungen in sich zu vereinen:

Doch leider sieht die Realität anders aus. Gesucht werden die Praktiker, die Analytiker, die Selbstbewussten, die Extrovertierten, die Durchsetzungsfähigen, die Wettkämpfer, die Fachidioten, die Berufserfahrenen, die Erfolgstypen. Damit bleibt der Nutzen von Theorie, Intuition, Zweifel, Introvertiertheit, Lernbereitschaft, Kooperation, Allgemeinwissen, Lebenserfahrung und Misserfolg unberücksichtigt.

Menschen, denen zugeschrieben wird, zur Elite zu gehören, fehlen insbesondere diejenigen Fähigkeiten, die zur Förderung des Gemeinwohls beitragen.

Eine Elite, die bereits den Anforderungen an sich selbst nicht genügt, verliert das letzte Vertrauen, wenn

Es wird mit zweierlei Maß gemessen: Wie erklärt sich beispielsweise, dass die Strafe für Schwarzfahrer fast 20 mal so hoch, die Strafe für Steuerhinterzieher aber lediglich etwa 2 mal so hoch ist wie der entstandene Schaden? Ist Schwarzfahren moralisch schlimmer als Steuerhinterziehung? Wohl kaum! Es ist zu vermuten, dass sich Menschen das Strafmaß ausgedacht haben, die sich selbst zur Elite zählen. Steuern zu hinterziehen, setzt Reichtum voraus; Schwarz zu fahren, setzt Armut voraus.

Reicht es aus, die genannten Anforderungen zu erfüllen und zudem keinen Vertrauensbruch zu begehen? Nein! Vorbildlich wären Eliten nur dann, wenn sie auf ihre eigene Abschaffung hinarbeiten. Oder anders: Eine Elite, die nicht bestrebt ist, sich selbst abzuschaffen, ist keine Elite, weil Elite auch bedeuten muss, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Dazu gehört unbedingt auch die Förderung der Aufklärung, nämlich dafür zu sorgen, dass Menschen aus ihrer unverschuldeten und verschuldeten Unmündigkeit herauskommen. Sobald dies aber gelungen ist, bedarf es keiner Vormünder oder Eliten mehr.

Über Immanuel Kants Leitspruch der Aufklärung gelangt man zu der Erkenntnis, dass Fortschritt nur durch die Verbesserung der Mittelmäßigen und Schlechten möglich ist, nicht dadurch, dass die ohnehin schon Besten oder Aufgeklärten noch besser werden. Wenn Unternehmen oder Organisationen sich damit brüsten, die Besten zu fördern, tun sie das, was am leichtesten ist. Sie fördern die Besten, weil sie sich für besonders gut und edel halten. Doch die eigentliche Herausforderung mit dem größten Nutzen besteht darin, aus den Schlechtesten wenigstens Mittelmaß zu machen. Wer wirklich gut ist, kümmert sich um Herausforderungen, wer bloß mittelmäßig ist, um Showeffekte. Wo bleiben die Top-Unternehmensberatungen oder Top-Konzerne oder Top-Organisationen oder Top-Bildungseinrichtungen, wenn es um die Entwicklung des Prekariats geht.

Fazit: Die derzeitige Elite versagt hinsichtlich der Erhöhung des Gemeinwohls. Sie ist durch nichts legitimiert - außer durch die Definition der Wirkmächtigkeit. Echte Elite wäre bestrebt, sich selbst abzuschaffen.

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Gedanken zum Januar 2011

(Personal)führung und Führungskräfte

"Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbst verschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung", schrieb Immanuel Kant schon vor langer Zeit.

Was hat das nun mit (Personal)führung und Führungskräften zu tun?

Der Name beinhaltet es schon, er trägt den Anspruch der Führung in sich. Also wird jemand der sich selbst zuschreibt oder dem von anderen zugeschrieben wird, eine Führungskraft zu sein, andere führen wollen. Andere führen zu wollen, verhindert, dass diese sich ihres Verstandes von alleine bedienen, zumal "Faulheit und Feigheit die Ursachen sind, warum ein so großer Theil der Menschen … dennoch gerne Zeitlebens unmündig bleiben". Geführt zu werden, ist zwar nicht notwendigerweise selbstverschuldet; sich hingegen ohne Not führen zu lassen, ist es definitiv. Deshalb kann behauptet werden:

Führung widerspricht der Idee der Aufklärung. Wenn schon der Begriff Führung verwendet wird, dann auf die Weise, andere zu ermutigen und anzuleiten, selbständig zu denken und zu handeln. Das heißt, sich auf die Lösung von Aufgaben zu konzentrieren. Schließlich befähigt eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung, ohne fremde Anleitung eigenständig Teillösungen komplexer Probleme zu erarbeiten und umzusetzen.

Wenn der Begriff Führung durch Koordination ersetzt wird, wird auch deutlich, dass sich man sich dabei auf einer anderen Ebene befindet. Dort geht es dann darum, wie der Begriff es nahe legt, zu koordinieren und die Schnittstellen der Subsysteme und Elemente zu definieren und deren Beziehungen untereinander zu analysieren. Eine Eigenart dabei kann sein, dass mit jeder höheren Ebene die Komplexität der jeweiligen Subsysteme abnimmt, obwohl das Gehaltsniveau mit jeder Ebene überproportional steigt.

Weitere Konsequenzen, die sich aus dem Verständnis einer Führungskraft ergeben:

Für mich selbst gilt: Wenn überhaupt, dann lasse ich mich lediglich von einem Gott führen. Darüber hinaus biete ich an, innovative Lösungen komplexer Sachverhalte zu erarbeiten und diese in die Tat umzusetzen.

Fazit: Wer als Führungskraft den Begriff der Führung nicht reflektiert, erfüllt nicht die erforderlichen Ansprüche, die vernünftigerweise an Führende zu stellen sind.

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