DER WELTGEIST

1. Ein Weltbild in sieben Ebenen und
2. Analysen zu einem Wandel in der Wirtschaftspolitik
 

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2. HJ
Thema
Jul.
Abnehmende Wachstumsraten und steigende Kapitaleinkünfte
Aug.
Vergleich des Arbeitsmarktes mit dem Immobilienmarkt
Sep.
Gleichgewicht der Gier
Okt.
Nachhaltigkeit
Nov.
Spätrömische Dekadenz
Dez.
Personalauswahl
2018
(5) Der Weltgeist im Wandel   (4) Dualismen   (3) Gut und Böse   (2) Es ward Licht   (1) Tweetsammlung
2017
(12) Konsumfest   (11) Populismus   (10) Zielkonflikte   (9) Klimawandel   (8) Umverteilung durch Rente   (7) Lebenserwartung   (6) Vermögenskrise   (5) Kapitalismus = kosmisches Prinzip   (4) Gesellschaftliche Verwerfungen   (3) Exportüberschuss   (2) Spektrallinien   (1) Nichts und Licht
2016
(12) Gute Führung schafft sich ab   (11) Rache der Ausgegrenzten   (10) Sexismus   (9) Umzug Lenins   (8) Arbeit als Strafe   (7) Vernunftwissenschaftler   (6) 100.000 Sozialarbeiter   (5) Wohnungsnot   (4) Demokratieindex für Kredite   (3) Verschiedenes   (2) Enteignung   (1) Realität und Vorstellung
2015
(12) Ausgrenzung   (11) Inflation durch Löhne   (10) Es wächst nichts mehr   (9) Modell zum Weltbild   (8) TTIP für Bildung   (7) Gott und das Böse   (6) Ursprung der Vernunft   (5) Licht und Götter   (4) Licht und Binärsystem   (3) Ursprung des Meinens   (2) Sittenwidrigkeiten   (1) Unchristlich vs ungläubig
2014
(12) Spekulationsblasen   (11) Happiness Engineers   (10) Plagiat   (9) Standford-Gefängnis   (8) Frauenfrage   (7) Gesellschaftliche Spielregeln   (6) Der weiße Mann   (5) Damen und Herren   (4) Moral des Kleinbürgers   (3) Missbrauch von Symbolen   (2) Sexualität   (1) Kapitalistisches Manifest
2013
(12) Das Universum   (11) Der Messias   (10) Fundstücke   (9) Ewiger Frieden   (8) Pyramid of Shit   (7) Nutzlosigkeit   (6) Ausbeutung von Männern   (5) Perspektivlosigkeit der Jugend   (4) Wissenschaften   (3) Kindsmörderin   (2) Arbeit/Verträge/PPP/Verzicht/Soldaten   (1) Gewohnheit
2012
(12) Unternehmenskrisen   (11) Weniger arbeiten   (10) Grundeinkommen   (9) Revolution   (8) Political Correctness   (7) Bundesschatzbriefe   (6) Betongold   (5) Hartz IV und Existenzminimum   (4) Kapitaldeckung   (3) Investitionen in Bildung   (2) Exzellenzförderung   (1) Schutz des Eigentums
2011
(12) Abfolge der Generationen   (11) Schuldenbremse   (10) Sammlung diverser Zitate   (9) Arthur Schopenhauer   (8) Gesellschaftlicher Zusammenhalt   (7) Finanzkrise   (6) Gleichberechtigung   (5) Energiewende   (4) Arbeitskräftemangel   (3) Bildungsinvestitionen   (2) Elite   (1) (Personal)führung

Gedanken zum Dezember 2010

Personalauswahl

Auf meiner Website habe ich die These aufgestellt, dass die Auswahl von Fach- und Führungskräften in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik eine nationale Katastrophe ist. Anhand einiger Beispiele, die in Bewerbungsprozessen vorkommen können, möchte ich dies nun belegen:

Fazit: So wie die Personalauswahl derzeit vielfach praktiziert wird, ist sie eine Pseudowissenschaft und mit dem Kaffeesatzlesen vergleichbar. Ich wiederhole: Die Auswahl von Fach- und Führungskräften gleicht einer nationalen Katastrophe.

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Gedanken zum November 2010

Spätrömische Dekadenz

Der Bundespräsident will sich um den gesellschaftlichen Zusammenhalt bemühen. Das ist löblich. Doch Wunsch und Wirklichkeit klaffen hier weit auseinander. Es gibt also eine Differenz zwischen Soll und Ist, das ist die Definition für ein Problem. Tatsächlich wird der Spaltung der Gesellschaft beispielsweise durch die folgenden Punkte Vorschub geleistet:

Es ist dem Verfasser nicht bekannt, dass auch nur ein Repräsentant dieses Landes auch nur zu einem der Punkte kritisch Stellung genommen hat - aus Angst vor dem Tadel der Kanzlerin, aus voreiliger Anpassung an die Politik, aus Mangel an Intellekt oder aus welchen Gründen auch immer.

Möglichkeiten den Zusammenhalt zu fördern, wären andererseits ...

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Gedanken zum Oktober 2010

Nachhaltigkeit

Im Brundtland-Report aus dem Jahr 1987 wird Nachhaltigkeit als dauerhafter Gleichgewichtszustand bezeichnet, der den Bedürfnissen der heutigen Generation entsprechen soll, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden. Heutzutage wird auch von einem Nachhaltigkeitsdreieck bestehen aus den Säulen Ökologie, Ökonomie und Soziales gesprochen. Nachhaltigkeit ist also ein weit gefasster Begriff, der ins Beliebige geht und im Prinzip alles umfassen kann. Doch es stellen sich dabei folgende Fragen:

Die Realität hat also bei Weitem nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. "Nachhaltigkeit" ist folglich heutzutage nichts anderes als eine beliebige rhetorische Floskel, die das eigene Denken und Handeln moralisch überhöhen soll. So hält Frau Angela Merkel ihre so genannte "Energierevolution" selbstverständlich für nachhaltig, während ihre Kritiker genau das Gegenteil für sich in Anspruch nehmen.

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Gedanken zum September 2010

Gleichgewicht der Gier

Millionengehälter von Investmentbankern und Vorständen haben weder etwas mit seltener Begabung noch etwas mit besonderer Leistung zu tun. Sie sind schon eher ein Ausdruck von Narzissmus und paranoider Persönlichkeitsstörungen, dass heißt übertriebener Geltungssucht und übertriebener Einschätzung der eigenen Wichtigkeit - sie sind Ausdruck von etwas Krankhaftem.

So gibt es Milliardäre wie Bill Gates, die gar nicht mehr wissen, was sie mir ihrem vielen Geld so alles anstellen sollen. Es ist sicher ehrenwert, einen Teil des Geldes für wohltätige Zwecke Spenden zu wollen. Doch angesetzt werden muss viel früher. Denn dass es überhaupt möglich ist, solche Vermögen anzusehen hat drei wesentliche Ursachen. Erstens: Die Steuern sind zu niedrig. Schließlich tragen insbesondere die einfachen Menschen zur Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Strukturen als Produktionsfaktor bei, ohne davon einen angemessenen Ausgleich zu erhalten. Zweitens: Die Preise sind zu hoch. Monopolartige Strukturen werden hervorgebracht, weil offensichtlich gerade Softwarelösungen einheitliche Standards und Plattformen erfordern. Schließlich behindern überhöhte Softwarepreise die gesellschaftliche und wirtschaftliche Weiterentwicklung, indem die Kreativwirtschaft durch eine solche Kostenbremse belastet wird. Im Übrigen beruht der Erfolg von Microsoft mutmaßlich darauf, dass deren Produkte in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts zur meistgeklauten Software gehörten. Drittens: die Löhne sind zu niedrig. So erzielt das Unternehmen einen Umsatz von fast 700.000 $ je Mitarbeiter jährlich. Der Materialeinsatz von Softwarefirmen wird so hoch schon nicht sein.

Ein Argument für solch überdurchschnittliche Rendite ist die Höhe des Risikos. Doch Risiken tragen hauptsächlich kleine Handwerksmeister oder innovative Entrepreneure der Kreativwirtschaft, die mit Ihrem gesamten Hab und Gut, vielleicht 10.000 € oder 100.000 € haften. Auch Mittelständler, die als Zulieferer sich in der Zange großer Konzerne befinden, zahlen im Zweifel mir ihrer Existenz. Vermögenswerte von zwei- oder dreistelligen Millionenbeträgen können jedoch so gestreut werden, dass etwaige Risiken nahezu vollständig verschwinden. Das Risiko sinkt folglich mit der Größe des angehäuften Vermögens. Folglich ist Vermögen progressiv zu besteuern.

Bis etwa in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts haben höhere Unternehmensgewinne höhere Löhne zur Folge gehabt. Der Erfolg der einen war an den Erfolg der anderen positiv gekoppelt. Seitdem sind jedoch die Prämien der Konzernlenker auf erfolgreiches Lohndumping zurückzuführen. Der Erfolg der einen ist mit dem Misserfolg der anderen gekoppelt.

Dass der Abstand zwischen Arm und Reich wächst und sich das Verhältnis von Kapital- zu Arbeitseinkommen zugunsten der Kapitaleinkommen verschiebt, ist das Resultat der Gier. Wenn man von den Extremen Einkünften am oberen Rand absieht, scheint Gier jedoch etwas relativ Normales zu sein. Das Problem ist nur, dass die normalen Arbeitnehmer dieser Gier nichts Adäquates entgegenzusetzen haben. Aufgrund abnehmender Wachstumsraten und tendenziell zunehmender Produktivitätsraten sind die Menschen gezwungen, ihre Arbeit auch dann anzubieten, wenn diese gar nicht nachgefragt wird. Als Konsequenz fehlt ihnen die Verhandlungsmacht. Diese muss ihnen zurückgegeben werden.

Nicht die Gier ist das eigentliche Problem:

Wenn man schon nicht auf die Gier verzichten kann oder will, muss als Ausgleich wenigsten die Herstellung des Gleichgewichts der Gier angestrebt werden. Dies kann jedoch nur dann funktionieren, wenn der Zwang, zu arbeiten aufhört. Dazu kann beispielsweise die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens und die Stärkung der Gewerkschaften beitragen.

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Gedanken zum August 2010

Vergleich des Arbeitsmarktes mit dem Immobilienmarkt

Die geplante Übernahme von Karstadt durch Berggruen ist insoweit ein positives Beispiel, als dass hier nicht nur der reflexartige Ruf nach Lohnkürzungen, Arbeitszeitverlängerungen, Urlaubskürzungen und Verzicht auf Sozialleistungen erschallt, sondern auch mal angemessene Mieten gefordert werden - sicher nicht selbstlos, schließlich ist die Berggruen-Holding auch ein Investmentunternehmen für Immobilien.

Offenbar ist so etwas sehr viel schwieriger durchzusetzen. Und dies zeigt, dass die Märkte für Arbeit sowie Güter und Dienstleistungen total unterschiedlich funktionieren.

Während Arbeit auch ohne Nachfrage angeboten werden muss, um existieren zu können, werden Güter und Dienstleistungen unter gleichen Umständen gar nicht erst erstellt. Das bedeutet, dass Arbeitslose unabhängig von ihren zeitlichen und finanziellen Investitionen in Bildung jede (zumutbare) Arbeit, weit unter dem üblichen Vergütungsniveau anzunehmen haben.

Doch wie kann man beide Märkte vergleichbar machen?

Die eine Alternative ist, die Nachfrage für Arbeit soweit zu erhöhen, dass für alle Arbeit vorhanden ist. Abnehmende Wachstumsraten und steigende Produktivitätsraten zeigen jedoch, dass dies voraussichtlich nicht möglich sein wird.

Die andere Alternative ist, möglichst viele Teilmärkte den Prinzipien des 'Arbeitsmarktes' anzupassen. Geht man so die eine oder andere Straße entlang, kann man beobachten, dass zahlreiche Bürogebäude jahrelang leer stehen. Leerstand scheint sich zu lohnen. Profitabel kann dies aber nur dann sein, wenn dadurch erreicht wird, das Mietniveau der übrigen Gewerbeimmobilien unverhältnismäßig hoch zu halten.

Hohe Löhne schaden der Wirtschaft, hohe Mieten hingegen nicht? Wie passt das zusammen?

Eine Lösung offenbart sich beim Blick auf den 'Arbeitsmarkt'. Ich schlage vor, dass Vermieter für jedes Jahr Leerstand die Miete um 20% zu kürzen haben, während die maximale jährliche Mieterhöhung 5% nicht übersteigen darf, wenn der Mietvertrag unter diesen Umständen zustande gekommen ist.

Dies hat zahlreiche Vorteile wie beispielsweise die Förderung der Kreativwirtschaft, die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit für Unternehmen, die Nutzung städtischer Räume statt zunehmender Verfall und Verwahrlosung, die Schaffung von Arbeitsplätzen und schließlich die Umsetzung der Idee 'Eigentum verpflichtet'.

'Ja, dann werden halt keine Büros mehr gebaut', erschallt es von den Kritikern. Es kann aber nicht sein, Brachflächen der öffentlichen Nutzung und dem Gemeinwohl zu entziehen. Folglich sind darüber hinaus die vielen städtischen ungenutzten Flächen zu thematisieren.

Es wäre also denkbar, Grundstückseigentümer zu verpflichten, innerhalb von 5 Jahren ein Nutzungskonzept vorzulegen, das nach weiteren 2 Jahren umgesetzt sein muss, anderenfalls wird auf Kosten des Eigentümers die öffentliche Nutzung als Park, Spielplatz, Sportplatz, Grünfläche oder anderes ermöglicht.

Spekulantentum mit Grund und Boden widerspricht der Idee 'Eigentum verpflichtet'. Eigentum an nicht genutzten Flächen sollte als sittenwidrig gelten.

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Gedanken zum Juli 2010

Abnehmende Wachstumsraten und steigende Kapitaleinkünfte

Das Ausleihen von Kapital hat den Zweck, Investitionen in die Zukunft zu ermöglichen. Investitionen sind folglich verbunden mit Wachstum, wenn es sich nicht nur um wenige, sondern um eine Vielzahl von Akteuren einer Gesellschaft handelt. Wenn die Investitionen getätigt sind und genutzt werden können, dient ein Teil der Erträge dazu, die Zinsen zu zahlen und den Kredit zu tilgen. Spätestens am Ende der Nutzungsdauer sollte der Kredit samt Zinsen zurückgezahlt sein.

Bei einer Vielzahl von wirtschaftlich tätigen Akteuren ist in der Summe folglich der Kapitalbedarf an die wirtschaftliche Entwicklung, sprich das Wachstum gekoppelt. Abnehmende Wachstumsraten müssten also logischerweise mit einem abnehmenden Kapitalbedarf verbunden sein. Dass die Wachstumsraten im Laufe des wirtschaftlichen Lebenszyklus von Industrienationen abnehmen, bestätigt die Empirie in Verbindung mit dem Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen, nach dem jedes Mehr nur einen geringeren Zusatznutzen bedeutet.

Auf der anderen Seite beträgt die Sparquote in Deutschland beispielsweise etwa 10%. Das bedeutet, ein abnehmender Kapitalbedarf trifft auf ein zunehmendes Angebot von Kapital. Das wiederum heißt, dass das Kapital nicht mehr in der Realwirtschaft angelegt werden kann, sondern dass Kapital mit Kapital Geld verdienen muss.

Wir haben es also mit zwei gegenläufigen Tendenzen zu tun: Mehr Kapital und weniger Investitionsbedarf. Kapital muss mit Kapital Geld verdienen. Kapital- und Gütermarkt entkoppeln sich. Spekulationsblasen sind schließlich systembedingt. Das Ausmaß der Krisen muss sich mit jeder Wiederholung notwendigerweise vergrößern.

Dramatisch verschärft wird dieses Problem durch die Privatisierung der Rentenversicherung. Die Pensionsfonds verwalten ein gigantisches Vermögen. Doch auch hier kommt die demografische Entwicklung ins Spiel. Immer weniger Menschen müssen die Zinsen von immer größeren Kapitalmengen erarbeiten. Das geht eine Weile gut. Wenn aber die Substanz der Unternehmen, insbesondere des Mittelstands durch die Methoden der Private-Equity-Fonds aufgebraucht ist, spätestens dann, wenn diese Unternehmen in der nächsten Krise wie ein Kartenhaus zusammenbrechen, wird auch die private Rentenversicherung in erhebliche Schwierigkeiten kommen, so dass letztlich wieder der Staat als Retter in der Not einspringen muss. Als Nebensatz: Die Methoden der Private-Equity-Fonds zur Aushöhlung der Substanz sind effektiv. Das sind zum Beispiel der Verkauf von Forderung, Sale and Lease Back, Verkauf von Immobilien sowie Intellectual Property, Verringerung der Kassenbestände und Erhöhung der Schuldenlast und vieles andere mehr.

Was ist nun die Folge dieser gegenläufigen Trends abnehmenden Kapitalbedarfs und zunehmenden Kapitalangebots? Die Antwort lautet: Sparen darf sich nicht mehr lohnen.

Welche Möglichkeiten gibt es?

  1. Verringerung der Zinsen. Doch niedrige Zinsen erhöhen die Nachfrage nach Kapital, das wiederum in Kapital investiert. Daher ist dies keine Lösung.
  2. Entsparen durch Erhöhung der Inflation. Damit werden zugleich die Probleme der Defizite der öffentlichen Haushalte gelöst. Inflation und Geldentwertung trifft aber gleichzeitig den "Kleinen Mann" überproportional, da für ihn die Flucht in Sachwerte schwieriger ist. Daher ist dies ebenfalls keine Lösung.
  3. Erhöhung bzw. Einführung folgender Steuern: Vermögenssteuer, Kapitalertragssteuer und Devisentransaktionssteuer. Doch Kapitalflucht könnte die Folge sein. Da es nun nicht so ist, dass gar kein Kapital mehr benötigt wird, ist dieses Argument in der Tat von Bedeutung.

Die privaten Haushalte haben Spareinlagen in Höhe von etwa 5,4 Billionen Euro. Es ist mit Sicherheit nicht der mutmaßliche Wille der Sparer, dass ihr Geld an den internationalen Kapitalmärkten verzockt wird. Dieses Geld dürfte reichen, selbst öffentliche Schulden von 100% des Bruttoinlandsprodukts sowie den gesamten deutschen Mittelstand zu finanzieren. Um die Banken dazu zu bewegen, die Spareinlagen in diesem Sinne zu verwenden, bedarf es eines entsprechenden Anreizsystems.

Eine Kreditklemme ließe sich in diesem Sinne vermeiden, wenn die Einlagensicherung von Spareinlagen an Bedingungen verknüpft wird, wie beispielsweise:

  1. die Verpflichtung der Banken zur Finanzierung des Mittelstands,
  2. die Trennung von traditionellem Bankgeschäft und dem Investmentbanking,
  3. die Einschränkung des spekulativen Handels mit Staatsanleihen.

Es wird sich zeigen, dass das Bedürfnis nach Sicherheit so groß ist, dass der erwünschte Steuerungseffekt zur Finanzierung der Staatsschulden und des Mittelstands erzielt wird. Die Erhebung von Devisentransaktionssteuern würde keine Kapitalflucht in kritischer Größenordnung nach sich ziehen. Die Banken werden auch ohne Gesetz und Verordnung ihre Geschäftsfelder organisatorisch voneinander trennen.

Wer sein Geld spekulativ anlegen möchte, kann es nach wie vor tun.

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