Ralf Einert

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Flyer 'DER WELTGEIST'

DER WELTGEIST - Werk 2:

Analysen zu einem Wandel in der Wirtschaftspolitik

Arbeitszeit

Die Verkürzung der Arbeitszeit hat sich als maßgebliche Lösung zum Abbau der Arbeitslosigkeit und zur Erhöhung der Erwerbstätigenquote erwiesen.

Deshalb wird nun ermittelt, wie hoch - im Vergleich zu den Vorstellungen der Arbeitgeber und den Modellannahmen zur Prognose der Arbeitslosigkeit - die Arbeitszeiten unter der Annahme der Erzielung von Vollbeschäftigung theoretisch sein müssten, wenn die Erwerbsquote sich gemäß

entwickelt.

Vorstellung der Arbeitgeber:

Zwei Argumente sprechen für die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche.

Zum einen ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit in der zweiten Dekade des ersten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts ein Indiz für eine erhöhte Arbeitsnachfrage. Doch tatsächlich beruht der Rückgang im Wesentlichen auf der Ausweitung des Niedriglohnsektors und des Exportüberschusses.

Zum anderen sichern niedrigere Stundenlöhne die Wettbewerbsfähigkeit, welches durch die Erhöhung der Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich erreicht werden kann. Doch obwohl ein einzelnes Unternehmen dadurch seine Marktanteile zwar kurzfristig erhöhen kann, ist eine Aussage über die Entwicklung des gesamten Marktes nicht möglich. Sicher ist jedoch, dass der auf niedrigen Anforderungen basierende Produktivitätsverzicht langfristig die internationale Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigt.

Modellannahme:

Durch die Vereinbarung der 35-Stunden-Woche in einigen Tarifverträgen Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde der Weg zur Verkürzung der Arbeitszeit bereits begonnen, aber nicht mehr fortgeführt. Um zu zeigen, wie sich die Arbeitslosigkeit entwickelt, wenn auf weitere Arbeitszeitverkürzungen verzichtet wird, wurde eine Arbeitszeit von 38 Stunden je Woche, die in der Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts erreicht wurde, für die Basisprognose der Arbeitslosigkeit zugrunde gelegt.

Basisprognose mit minimaler Erwerbsquote (Handlungsvariante der politischen Passivität):

Jetzt wird die Frage anders herum gestellt: Wie hoch müsste die wöchentliche Arbeitszeit sein, damit Vollbeschäftigung herrscht?

Selbst wenn die Erwerbsquote der 15- bis 65jährigen über die Zeit unverändert bliebe (dies wird als die minimale Entwicklung bezeichnet), können nur wöchentliche Arbeitszeiten von 32,5 bis 34 5 Stunden Vollbeschäftigung ermöglichen.

Basisprognose mit maximaler Erwerbsquote:

Wenn die Erwerbsquote der 15- bis 65jährigen auf den maximal möglichen Wert steigt (dies wird als die maximale Entwicklung bezeichnet), sind gar wöchentliche Arbeitszeiten von unter 30 Stunden möglich.

FAZIT: